Eat,Pray,Lost!

Eat,Pray,Lost!

18. Mai 2018 0 Von shani

Warum ich ein Wörtchen mitzureden habe!

 

Okay, Klischee-Facts vorne weg. Ja, ich war unfreiwillig Single und hatte genug von der Liebe, dem Leben in Berlin und meinem Alltag.Ich hörte, wie das Universum flüsterte : „Zeit für eine Reise!“ Klingt super! „…unzwar allein“ Oh nein, ehrlich? Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, mir selbst etwas beweisen zu müssen. Kind und Kindpapa müssen das verstehen, ich muss in ein Abenteuer, raus aus meiner Wohlfühlzone und finden was ich suche.

annie spratt 217517 unsplash 2 - Eat,Pray,Lost!

"Reiß dich jetzt zusammen, du Angsthase!"

 

Neben dem Rest Flugangst in meinem Kopf habe ich vorallem Panik „das nicht zu schaffen“. Ich kann es weder definieren noch ignorieren.Ich sitze im Flugzug am Fenster und stelle nach 4 Stunden fest, dass es eine Fehlentscheidung war.Ich kann nicht schlafen und muss über schnarchende, lesende oder knutschende Menschen steigen um auf Klo zu gehen.Ich will es ruhig angehen lassen, bzw. keinen Ärger bekommen und entscheide mich nach dem zweiten Glas Rotwein für einen Tomatensaft, gleiche Farbe, andere Wirkung. Simpel.


Benommen angekommen.Ich bin verschwitzt und das gefällt mir. Die Luft riecht anders und umschlingt mich. Meine Angst habe ich irgendwo im Flugzeug gelassen, vielleicht treffe ich sie noch einmal wenn ich wieder nach Hause fliege.

Ich bin stolz,aufgekratzt und müde zugleich.Das mit dem Visa erklärte sich irgendwie von selbst und natürlich haben mir unzählige Travel-Blogs die Insider verraten.
Unmengen an Menschen winken mir mit diversen Schildern zu und bieten mir an, mich von A nach B zu fahren.
Ich hatte mir vorher einen Fahrer organisiert und musste nur noch meinen Namen auf den Schildern finden.

Ubud!

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Ubud ist eine Oase der Vielfältigkeit. Man sagt, es ist das kulturelle und spirituelle Zentrum Bali’s.

Das klingt schön und zugleich touristisch.

Ja, Ubud ist voll und überlaufen aber wie so oft, kommt es auf deine eigene Wahrnehmung an. Tauchst du ein oder regst du dich auf.

Für mich war es in erster Linie ein Ankommen und Ubud gab mir die Zeit, mich zu akklimatisieren.

Ubud liegt in Zentral-Bali und die Luftfeuchtigkeit ist hier enorm, was dazu führt, dass dich regelmäßige Schauer überraschen, warm und nicht von langer Dauer.

 

Ich bin zu alt für Hostels!

Dorms, Lautstärke und keine Privatsphäre? Nein, danke! Ich bin ja schließlich Mutter und überhaupt, nein!So ähnlich spielte sich der Argumentezirkus in meinem Kopf ab. Am Anfang brauchte ich auch wirklich einen Rückzugsort, ein Homestay, mit eigenem Bad und kleinem Garten. Dort konnte ich alle Eindrücke in Ruhe verarbeiten, sortieren und weiterziehen. Auch wenn ich mich schon in den ersten Tagen mit anderen Leuten verabredete ( Bali Backpacker Group), war ich froh, am Ende des Tages „nach Hause“ zu kommen. Meine Klamotten durch die Gegend zu werfen und mit mir selbst zu sprechen, ohne mir dabei dämlich vorzukommen!Und natürlich war da auch wieder ein bisschen der Angsthase in mir, der gehört werden wollte : ,,Wer weiß ob du gleich Anschluss findest, du bist ja schließlich keine 20 mehr“ …Ok! Klappe halten! Angsthasen sind keine guten Ratgeber!Also rein ins Vergnügen.Hostelworld, ich komme!

 

Übrigens, ich bin Mutter!

Hostels sind wie ein eigenständig, funktionierendes System. Je nach Preisklasse, schläfst du mit 6-20 Leuten in einem Raum, nebeneinander, übereinander, miteinander? Die Bar oder der Pool sind Gemeinschaftsuniversen in denen vorallem in Endlosschleife darüber erzählt wird, was man diesmal Tolles unternommen hat und was man seinem Gegenüber aufjedenfall noch mit auf dem Weg geben möchte!Versteht mich nicht falsch, auch ich habe das zur Genüge getan und ich habe es geliebt.

Dieser Austausch, ohne Erwartung, ohne wirkliche Bindung. Der gemeinsame Nenner ist eben das gemeinsame Land bzw. Hostel. Leider hat mich auch genau dieser Umstand, in den letzten Tagen meiner Reise, extrem erschöpft. Ich wollte nicht mehr wissen, wo ich noch hinfahren soll, welcher Tempel noch schöner ist, als die 86 die ich davor schon gesehen habe. Generell möchte ich einfach die Dinge für mich selbst erleben und nicht eine to-do Liste abhaken.Wenn du weißt, dass du den (meisten) Menschen auf deiner Reise nie wieder begegnen wirst, hast du die Wahl, was erzählst du von deinem Leben, inwiefern lässt du Nähe zu oder distanzierst dich. Ich fand es spannend, mir bewusst die Wahl zu lassen, wann ich wem erzähle das ich Mutter bin und gerade alleine reise. Merke! Mutter-sein sieht man dir nicht an!Und ja, ich bin in erster Linie Ich, ohne Mutter-Schild und genieße auch diesen Umstand. Es war meine Erfahrung, als Steffi, 30 Jahre jung, loszuziehen und zu schauen wie sich das anfühlt. Ohne Mann, ohne Kind, ohne FreundInnen. „Übrigens, ich bin Mutter“ sorgte dann manchmal für erstaunen, vertretende Blicke aber immer mit dem wertschätzenden Urteil “ Das ist so toll, dass du dir diese Freiheit nehmen kannst und das für dich tust, davon profitiert ja auch dein Sohn“

 

 

 

Bin ich zu egoistisch?

Ja, es ist toll, dass ich frei entschieden habe eine Reise nur für mich zu planen und das auch so durchgezogen habe.

Aber alle Mütter und Väter werden auch genau verstehen, was es bedeutet, wenn ich davon spreche, dass ich mich so oft gefragt habe: „Bin ich egoistisch?“ „Bin ich eine Rabenmutter?“ (Wobei Rabenmütter ja eigentlich sehr umsorgende Mütter sind).Heutzutage heißt es, verwirkliche dich selbst, geh raus, genieße jede Sekunde deines Lebens, denn es ist so schnell vorbei. Andererseits gilt das stillschweigend irgendwie nicht für Eltern. Noch immer sitzt in den meisten Köpfen fest, dass Mann/Frau für sein Kind da sein muss. Eine Reise nur allein für sich und das Kind bleibt daheim?Vielleicht war es dem Grund geschuldet, dass ich getrennt erziehend bin.

Wenn du die Sorge um dein Kind sowieso teilst und es gewohnt bist, mehrere Tage nicht in der Mutterolle zu sein, ist es leichter den Blick auf sich selbst zu lenken. Und das ganz ohne sich schlecht zu fühlen, ohne Vorwurf. Einfach nur, weil man nicht nur die eine Rolle hat, sondern ganz viele verschiedene und im besten Fall ist man einfach nur irgendwo dazwischen.